Beiträge von Smilla

Guten Abend Gast. Schön, dass Du mal hereinschaust! Einen angenehmen Aufenthalt wünscht das "Kaufsucht Forum | Selbsthilfeforum - Leben mit Kaufsucht"-Team.

    Hier können wir uns über Hobbys austauschen, die vielleicht helfen, dem Kaufdrang zu widerstehen.

    Ich mache gerne Diamond Painting. Habe mir gerade ein neues Motiv bestellt, ein Klatschmohn - Bild, und ich werde es morgen denke ich anfangen. Ich muss wieder runterkommen und das hilft mir super dabei.

    Und wie schaut es bei Euch aus?

    Hi Sarita,

    Wo magst Du denn hin reisen?

    Finde es vernünftig, das Restgeld zu sparen. Du könntest die rstliche Summe als Festgeld anlegen.

    Dabei legst du dein Geld für einen festen Zeitraum bei einer Bank an (z. B. 3 Monate, 1 Jahr, 3 Jahre). In dieser Zeit kannst du normalerweise nicht einfach darauf zugreifen – genau das ist ja der Sinn: Das Geld „ruht“ dort. Dafür bekommst du in der Regel Zinsen.

    Vielleicht ne Idee?

    Renteneintritt

    Das ist ein gravierender Einschnitt gewesen. Als ich 2024 in Erwerbsminderungsrente gehen musste, weil ich nicht mehr konnte. Ich war da mal gerade 50 Jahre. Das hat mich schon getroffen. Und diese Leere, die auf einmal da war, weil ich keinerlei Sozialkontakte tagsüber mehr hatte und die Suche nach Ersatz - das alles hat die Kaufsucht und das Stillen der Leere noch gefördert.

    Viele Betroffene erleben Kaufsucht nicht als „ständiges Kaufen“, sondern als wiederkehrenden Kreislauf aus innerer Anspannung, Kaufimpuls und anschließender Reue. Dieser Kreislauf kann sich über Monate oder Jahre wiederholen – oft, ohne dass man bewusst merkt, wann man wieder hineingerutscht ist.

    Typische Phasen der Kaufsucht

    Auslöser- / Spannungsphase

    In dieser Phase entstehen unangenehme Gefühle wie:

    • innere Leere
    • Stress, Frust oder Überforderung
    • Einsamkeit oder Langeweile
    • Schuld- oder Schamgefühle

    Das Kaufen erscheint innerlich als mögliche Lösung, um diese Gefühle zu lindern.

    Gedanken- & Fantasiephase

    Die Gedanken beginnen sich um das Kaufen zu drehen:

    • „Das brauche ich jetzt.“
    • „Danach geht es mir besser.“
    • „Ich habe mir das verdient.“

    Oft kommen Rechtfertigungen hinzu (Rabatte, Belohnung, Ausnahmen).

    Impuls- / Kontrollverlustphase

    Der innere Drang wird sehr stark:

    • Gefühl von innerem Druck
    • Vernunft tritt in den Hintergrund
    • „Ich muss jetzt kaufen“

    Besonders Online-Shopping verstärkt diese Phase.

    Kauf- / Rauschphase

    Während des Kaufens:

    • kurzfristige Erleichterung
    • Euphorie oder Aufregung
    • Dopamin-Kick

    Diese Phase ist meist kurz, aber emotional intensiv.

    Ernüchterungs- & Schuldphase

    Nach dem Kauf:

    • Leere oder Enttäuschung
    • Schuld- und Schamgefühle
    • Angst vor Konto, Schulden oder Konsequenzen
    • Selbstvorwürfe („Warum schon wieder?“)

    Verdrängungs- & Rechtfertigungsphase

    Typisch sind:

    • Verstecken der Einkäufe
    • Verharmlosung oder Rücksendungen
    • Vorsätze wie: „Nie wieder“

    Die eigentlichen Gefühle bleiben jedoch bestehen.

    In welchen Lebensphasen tritt Sucht besonders stark auf?

    Sucht entwickelt sich selten zufällig. Häufig tritt sie in bestimmten Lebensphasen besonders stark auf oder verschärft sich, vor allem dann, wenn Menschen unter Druck stehen, Verluste erleben oder sich innerlich überfordert fühlen.

    Dabei ist nicht das Alter entscheidend – sondern die Belastungen und Umstände, mit denen jemand gerade umgehen muss.

    1. Lebensumbrüche und Übergänge

    Veränderungen bedeuten oft Unsicherheit, Angst und Kontrollverlust.

    Typische Situationen:

    • Schulabschluss, Ausbildungs- oder Studienbeginn
    • Berufseinstieg oder Arbeitsplatzverlust
    • Umzug, Auszug von zu Hause
    • Trennung oder Scheidung
    • Renteneintritt

    Beispiel:
    Nach einem Umzug in eine neue Stadt fühlt sich jemand einsam und überfordert. Einkaufen wird zur Ablenkung und gibt kurzfristig das Gefühl von Kontrolle und Trost.

    2. Junge Erwachsenenphase (ca. 18–30 Jahre)

    In dieser Phase entsteht die eigene Identität – oft begleitet von starkem Druck.

    Häufige Belastungen:

    • Leistungs- und Vergleichsdruck
    • Einfluss sozialer Medien
    • finanzielle Unsicherheit
    • Wunsch nach Anerkennung und Zugehörigkeit

    Beispiel:
    Eine junge Person kauft regelmäßig Dinge, um sich erfolgreicher oder „dazugehörig“ zu fühlen. Die Freude hält nur kurz an, das innere Gefühl von Leere bleibt.

    3. Lebensmitte (ca. 35–55 Jahre)

    Viele Menschen erleben hier Überlastung oder innere Erschöpfung.

    Typisch sind:

    • Vereinbarkeit von Beruf, Familie und Verpflichtungen
    • Pflege von Angehörigen
    • Gefühl, nur noch zu funktionieren
    • Sinnfragen oder Midlife-Krise

    Beispiel:
    Nach stressigen Tagen wird Shoppen zur Belohnung und zum einzigen Moment, der sich „nur für mich“ anfühlt – mit der Zeit wird daraus ein Zwang.

    4. Nach Verlusten und belastenden Ereignissen

    Sucht kann als Bewältigungsversuch entstehen.

    Mögliche Auslöser:

    • Tod eines nahestehenden Menschen
    • Trennung oder Scheidung
    • schwere Krankheit
    • traumatische Erfahrungen
    • längere depressive Phasen

    Beispiel:
    Nach einer Trennung versucht jemand, die innere Leere durch Einkäufe zu füllen. Für einen Moment fühlt sich alles leichter an – danach kommen Schuldgefühle und Scham.

    5. Spätere Lebensphase

    Auch im höheren Alter kann Sucht entstehen oder erneut auftreten.

    Belastungen können sein:

    • Einsamkeit
    • Wegfall von Aufgaben und sozialen Rollen
    • körperliche Einschränkungen
    • finanzielle Sorgen

    Beispiel:
    Nach dem Renteneintritt fehlt Struktur im Alltag. Online-Bestellungen werden zum festen Ritual gegen Langeweile und Einsamkeit.


    Wichtig zu wissen

    • Sucht ist keine Willensschwäche
    • Sie entsteht häufig dort, wo emotionale Bedürfnisse unerfüllt bleiben
    • Rückfälle hängen oft mit neuen Krisen oder Belastungen zusammen – nicht mit persönlichem Versagen

    Fazit

    Zitat

    Sucht ist oft ein Signal dafür, dass jemand in einer schwierigen Lebensphase zu wenig Unterstützung hatte – nicht dafür, dass er schwach ist.