Was versteckt ihr aus Scham? Und wofür gebt ihr euch die Schuld?

  • Liebe Mitglieder,

    heute möchte ich mit euch über zwei Gefühle sprechen, die viele von uns kennen, über die aber oft nur selten offen gesprochen wird: Scham und Schuld.

    Wenn ich auf meinen eigenen Weg mit der Kaufsucht zurückblicke, merke ich, wie sehr diese beiden Gefühle mein Leben geprägt haben. Nicht nur nach einem Rückfall oder wenn das Konto wieder einmal leer war. Sondern auch im Alltag. Ich habe Rechnungen versteckt. Ich habe Ausreden erfunden. Ich habe Pakete schnell verschwinden lassen, damit niemand merkt, wie viel ich bestellt habe.

    Und ich habe mir immer wieder Vorwürfe gemacht. Warum schaffe ich es nicht? Warum kann ich nicht einfach aufhören? Warum lerne ich nicht endlich daraus? Die Schuldgefühle waren oft erdrückend.

    Aber die Scham war manchmal noch schlimmer.

    Denn Schuld bedeutet für mich: „Ich habe etwas falsch gemacht.“ Scham fühlt sich eher an wie: „Mit mir stimmt etwas nicht.“ Und genau dieser Gedanke kann unglaublich schmerzhaft sein.

    Viele von uns tragen ihre Scham still mit sich herum. Nach außen wirken wir vielleicht ganz normal, während wir innerlich kämpfen. Wir schämen uns für Schulden, für Rückfälle, für überfüllte Schränke oder für Entscheidungen, die wir heute bereuen.

    Doch vielleicht sind wir damit viel weniger allein, als wir glauben. Deshalb möchte ich euch heute einladen, offen über dieses Thema zu sprechen – natürlich nur so weit, wie es sich für euch richtig anfühlt.

    Meine Fragen an euch:

    • Wofür schämt ihr euch im Zusammenhang mit eurer Kaufsucht am meisten?
    • Gibt es Dinge, die ihr vor anderen verheimlicht oder verheimlicht habt?
    • Welche Schuldgefühle begleiten euch?
    • Fällt es euch leichter, über Schuld zu sprechen als über Scham?
    • Habt ihr schon einmal erlebt, dass Verständnis und Offenheit eure Scham etwas kleiner gemacht haben?
    • Was würdet ihr einem anderen Betroffenen sagen, der sich wegen seiner Kaufsucht schämt?

    Ich glaube, dass Scham kleiner werden kann, wenn wir sie miteinander teilen. Vielleicht finden wir hier einen Raum, in dem niemand verurteilt wird und in dem wir ehrlich über die Gefühle sprechen können, die oft im Verborgenen bleiben.

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