Beiträge von Smilla

    Kennt ihr dass das man nicht mit Hunger einkaufen sollte?

    Ja schon, aber ich gehe so oder so einkaufen. Selbst wenn ich nicht hungrig bin, lande viele Sachen im Wagen die nicht auf dem Zettel stehen.. Sogar mit Zettel einzukaufen, bringt bei mir nicht viel.- Und ehrlich gesagt, bei Wassermelone und der Alternative Nudelsalat mit Frikadellen, da hätte ich auch den Nudelsalat plus Frikadellen gegriffen. :whistling:

    Ich habe in den letzten Tagen viel darüber nachgedacht, wie sehr unsere Kindheit uns eigentlich bis ins Erwachsenenalter begleitet. Nicht jeder, der eine schwere Kindheit hatte, entwickelt eine Sucht – und nicht jeder Mensch mit einer Sucht hatte eine belastende Kindheit. Aber ich glaube, dass frühe Erfahrungen bei manchen von uns eine wichtige Rolle spielen können.

    Ich selbst bin in eine Alkoholikerfamilie hineingeboren worden. Eigentlich war ich von Anfang an nicht gewollt. Das ist ein Gedanke, der weh tut – selbst heute noch. Ich erinnere mich daran, wie ich als kleines Kind abends alleine in meinem Bett lag. Es war dunkel. Ich hatte Angst. Meine Eltern waren bei den Nachbarn und haben getrunken. Ich habe geweint, gehofft, dass jemand kommt, mich in den Arm nimmt oder einfach nur da ist. Aber niemand kam. Diese Einsamkeit und dieses Gefühl, nicht wichtig zu sein, haben sich tief in mir eingebrannt.

    Bis heute fällt es mir schwer, Menschen zu vertrauen. Ich brauche lange, bis ich mich öffne. Oft warte ich erst einmal ab, ob ich verletzt werde oder ob der andere es wirklich ehrlich meint. Dieses Misstrauen begleitet mich schon mein ganzes Leben.

    Mit ungefähr 25 Jahren fing meine Kaufsucht langsam an. Erst war es nur ein überzogener Dispo oder ein Einkauf mehr, als eigentlich nötig gewesen wäre. Ich dachte damals noch, dass ich alles im Griff hätte. Doch irgendwann wurde es immer schlimmer. Mit 27 begann ich meine erste Psychotherapie. Rückblickend glaube ich, dass in dieser Zeit viele Gefühle hochkamen, die ich jahrelang verdrängt hatte.

    Vor der Kaufsucht hatte ich ein anderes Ventil: Essen. Ich habe unglaublich viel gegessen, um meine Gefühle zu betäuben. Traurigkeit, Einsamkeit, innere Leere, Wut – all das konnte ich für einen kurzen Moment mit Essen wegdrücken. Zu meinen schlimmsten Zeiten wog ich über 170 Kilogramm. Doch irgendwann funktionierte selbst das nicht mehr. Und genau da übernahm das Kaufen diese Aufgabe.

    Werbung, das Internet, Social Media, Empfehlungen von Freunden oder Bekannten – überall gab es Dinge, die mir plötzlich unverzichtbar erschienen. Ich hatte dann dieses überwältigende Gefühl:

    "Das brauche ich unbedingt." Dabei weiß ich im selben Moment oft schon, dass das gar nicht stimmt.

    Ein aktuelles Beispiel ist erst gestern passiert: Ich habe mir zwei Fachbücher bestellt. Brauche ich sie wirklich? Nein.Zu genau diesem Thema liegen hier bereits zwei ungelesene Bücher. Eigentlich müsste ich erst einmal diese lesen. Aber in dem Moment war der Gedanke stärker: "Die neuen sind bestimmt noch besser." Und schon war die Bestellung abgeschickt. Im Nachhinein frage ich mich dann oft: Warum mache ich das eigentlich immer wieder?

    Vielleicht suche ich bis heute nach etwas, das diese innere Leere füllt. Nach einem kurzen Glücksgefühl. Nach Trost. Nach dem Gefühl, endlich genug zu sein. Natürlich weiß ich, dass Bücher, Kleidung oder andere Dinge diese Wunden nicht heilen können. Aber für einen kleinen Moment fühlt es sich manchmal genau so an.

    Mich würde sehr interessieren, wie das bei euch ist.

    • Habt ihr das Gefühl, dass eure Kindheit oder eure Familie einen Einfluss auf eure Kaufsucht hatte?
    • Gab es bei euch bestimmte Erfahrungen oder Muster, die ihr heute mit eurem Kaufverhalten in Verbindung bringt?
    • Oder glaubt ihr, dass eure Kaufsucht ganz andere Ursachen hat?

    Ich freue mich auf einen offenen Austausch.

    Kaufsucht bedeutet für mich sich einfach als Looser zu fühlen.

    Ohja , dass Gefühl kenne ich sehr gut! Aber weißt Du Seelchen: wir sind keine Looser. Wir sind durch irgendwas so verletzt worden, oder auch traumatisiert worden, was nicht bearbeitet worden ist bisher. .Und wir können etwas, was uns jahrelang fehlt und wir nur durchs Kaufen kompensieren können, nicht ad hoc ändern. Das braucht Zeit. Viel Zeit. Aber zu erkennen, dass man kausüchtig ist und versucht dagegen anzugehen ist soviel mehr. Bestimmt ist das ein Looser-Verhalten. Oder?

    • Perwoll: "Ist der neu, nein mit Perwoll gewaschen."
    • Maoam: "Was wollt ihr denn? MA-O-AM."
    • Milka: "Die zarteste Versuchung, seit es Schokolade gibt."
    • Müller: "Alles Müller oder was?"
    • Mars: "Mars macht mobil, bei Arbeit, Sport und Spiel"
    • Meister Proper: Meister Proper putzt so sauber, dass man sich drin spiegeln kann."