Selbstwert und Kaufsucht – Der Versuch, sich wertvoll zu fühlen

  • Lange Zeit habe ich geglaubt, meine Kaufsucht hätte nur etwas mit dem Kaufen selbst zu tun. Ich dachte, ich hätte einfach keine Kontrolle über mein Geld oder würde zu gerne shoppen. Erst mit der Zeit habe ich verstanden, dass hinter meinem Kaufverhalten etwas viel Tieferes steckt: mein Selbstwertgefühl.

    Wenn ich ehrlich bin, habe ich mich oft nicht gut genug gefühlt.

    • nicht erfolgreich genug.
    • nicht attraktiv genug.
    • nicht interessant genug.
    • nicht liebenswert genug.

    Diese Gedanken waren nicht immer laut. Manchmal waren sie nur ein ständiges Hintergrundrauschen. Aber sie waren da. Und genau in solchen Momenten wurde Kaufen zu einer Art Lösung. Ein neues Kleidungsstück ließ mich für kurze Zeit schöner fühlen. Ein neues Hobby versprach, mich interessanter zu machen. Neue Dekoration sollte mein Zuhause perfekter machen. Neue Technik vermittelte das Gefühl, mithalten zu können. Mit jedem Kauf hoffte ich unbewusst, etwas in mir zu verändern.

    Vielleicht würde ich mich dann endlich besser fühlen. Vielleicht würde ich dann zufriedener sein. Vielleicht würde ich mich dann selbst mehr mögen.

    Doch das Problem war: Kein Gegenstand der Welt konnte das erfüllen. Die Freude hielt oft nur kurz an. Für einen Moment fühlte ich mich tatsächlich besser. Fast so, als hätte ich etwas Wichtiges gewonnen. Doch schon bald war dieses Gefühl wieder verschwunden.

    Dann kam die Ernüchterung. Denn tief in meinem Inneren hatte sich nichts verändert. Die Zweifel, die Unsicherheit und die Selbstkritik waren immer noch da. Und so begann die Suche nach dem nächsten Kauf, der mich endlich glücklich machen sollte.

    Heute weiß ich, dass Kaufsucht oft viel mehr ist als ein Problem mit Geld. Für manche von uns ist sie auch der Versuch, einen Mangel an Selbstwert auszugleichen. Wir kaufen nicht nur Dinge – wir kaufen Hoffnungen. Die Hoffnung, besser, schöner, erfolgreicher oder glücklicher zu werden. Doch kein Paket der Welt kann uns das Gefühl geben, wertvoll zu sein.

    Denn unser Wert hängt nicht davon ab, was wir besitzen.

    • nicht von der Kleidung, die wir tragen
    • nicht von der Einrichtung unserer Wohnung
    • nicht vom neuesten Smartphone
    • nicht von unserem Kontostand.

    Trotzdem fällt es mir bis heute schwer, das wirklich zu glauben. Es gibt immer noch Tage, an denen ich denke, dass ein Kauf meine Probleme lösen könnte. Aber inzwischen erkenne ich diese Gedanken schneller. Und ich versuche mich daran zu erinnern, dass das, wonach ich eigentlich suche, in keinem Onlineshop zu finden ist.

    Was ich wirklich brauche, sind Akzeptanz, Selbstmitgefühl und das Gefühl, gut genug zu sein – genau so, wie ich bin.

    Das ist oft schwerer als jeder Kaufverzicht.

    Aber vielleicht ist genau dort der Weg aus der Kaufsucht zu finden.

    Und Eure Gedanken dazu?

    • Habt ihr das Gefühl, dass euer Selbstwert Einfluss auf euer Kaufverhalten hat?
    • Kauft ihr manchmal Dinge, um euch besser, erfolgreicher oder attraktiver zu fühlen?
    • Welche Rolle spielen Selbstzweifel bei eurem Kaufdrang?
    • Was hilft euch dabei, euren Selbstwert nicht von Dingen abhängig zu machen?

    Lasst uns Wege finden uns anders als durch Kaufen wertvoll zu fühlen. :thumbup:

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