Rückfall - wenn alles wieder von vorne beginnt

  • Es gibt kaum etwas, das mich in Bezug auf meine Kaufsucht so sehr belastet wie ein Rückfall. Nach einem Rückfall fühle ich mich oft, als hätte ich alles zerstört, was ich mir mühsam aufgebaut habe. Die Tage, Wochen oder sogar Monate, in denen ich stark geblieben bin, scheinen plötzlich wertlos zu sein. Es ist, als würde eine einzige Bestellung alle Erfolge auslöschen.

    Dabei beginnt es oft mit einem einzigen Moment der Schwäche. Vielleicht hatte ich einen schlechten Tag. Vielleicht war ich traurig, gestresst, einsam oder einfach nur erschöpft vom ständigen Kampf gegen den Kaufdruck. Und dann passiert es. Ich kaufe etwas. Manchmal nur eine Kleinigkeit. Manchmal deutlich mehr. In dem Augenblick spüre ich oft sogar Erleichterung. Doch diese Erleichterung hält nicht lange. Schon kurz danach kommt die Realität zurück. Ich sehe die Bestellbestätigung, den Kontostand oder die neuen Dinge, die ich eigentlich gar nicht gebraucht habe. Und dann kommen die Gefühle, die mich jedes Mal aufs Neue treffen.

    Scham, Enttäuschung, Selbstvorwürfe und manchmal sogar Verzweiflung. Ich frage mich dann, warum ich es nicht geschafft habe. Warum ich wieder nachgegeben habe. Warum ich trotz aller guten Vorsätze erneut an diesem Punkt stehe.

    Das Schlimmste ist nicht einmal das Geld. Das Schlimmste ist das Gefühl, mich selbst enttäuscht zu haben.

    Ich kenne meine Auslöser. Ich kenne die Folgen. Ich weiß, wie sehr mich die Kaufsucht belastet. Und trotzdem gelingt es mir nicht immer, dagegen anzukämpfen. Genau das macht Rückfälle so schmerzhaft. Nach einem Rückfall fühle ich mich oft klein und hilflos. Manchmal habe ich das Gefühl, niemals frei von diesem Kreislauf zu werden. Während andere Menschen scheinbar problemlos mit Geld umgehen können, kämpfe ich mit etwas, das für viele gar nicht sichtbar ist.

    Und doch versuche ich mir immer wieder eines in Erinnerung zu rufen:

    • Ein Rückfall bedeutet nicht, dass ich versagt habe.
    • Ein Rückfall bedeutet nicht, dass alle Fortschritte verloren sind.
    • Er bedeutet nur, dass ich ein Mensch bin, der mit einer Sucht kämpft.

    Trotzdem fällt es mir schwer, mir selbst zu vergeben. Oft bin ich zu mir selbst viel härter als zu jedem anderen Menschen. Ich sehe nur meinen Fehler und übersehe dabei, wie viele Kämpfe ich vorher bereits gewonnen habe.

    Vielleicht besteht Heilung nicht darin, niemals wieder hinzufallen. Vielleicht besteht sie darin, nach jedem Rückfall wieder aufzustehen. Denn tief in mir gibt es immer noch einen Teil, der sich nach einem Leben sehnt, das nicht von Kaufdruck, Schulden und schlechtem Gewissen bestimmt wird.

    Und genau für diesen Teil lohnt es sich weiterzumachen, oder?

    • Wie erlebt ihr Rückfälle?
    • Welche Gefühle kommen bei euch danach besonders stark hoch?
    • Fällt es euch schwer, euch selbst zu verzeihen?
    • Was hilft euch dabei, nach einem Rückfall wieder aufzustehen und weiterzumachen?

    Ihr seid mit diesen Erfahrungen nicht allein.

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