Online-Shopping hat unser Leben einfacher gemacht. Kleidung, Technik, Deko oder Kosmetik – alles ist rund um die Uhr verfügbar und oft schon am nächsten Tag vor der Haustür. Für Menschen mit Kaufsucht kann genau das jedoch zu einer großen Herausforderung werden.
Anders als beim Einkaufsbummel in der Stadt gibt es beim Online-Shopping kaum Hürden. Der Shop hat 24 Stunden geöffnet, niemand sieht, wie viel wir bestellen, und mit gespeicherten Zahlungsdaten reicht oft ein einziger Klick, um einen Kauf abzuschließen. Rabatte, Blitzangebote und personalisierte Werbung verstärken zusätzlich den Kaufdruck.
Viele Betroffene kennen den Ablauf:
- Langeweile, Stress, Einsamkeit oder Frust entstehen.
- Man beginnt zu stöbern – „nur mal schauen“.
- Ein Angebot erscheint besonders attraktiv.
- Der Kauf sorgt kurzfristig für Freude, Erleichterung oder Ablenkung.
- Wenig später folgen Schuldgefühle, Scham oder finanzielle Sorgen.
- Um diese unangenehmen Gefühle zu verdrängen, wird erneut geshoppt.
So entsteht ein Kreislauf, der immer schwerer zu durchbrechen ist.
Besonders problematisch sind dabei:
- Shopping-Apps auf dem Smartphone
- Kauf auf Rechnung
- „Buy Now, Pay Later“-Angebote
- Personalisierte Werbung in sozialen Medien
- Ständige Rabattaktionen und Gutscheincodes
- Kostenlose Rücksendungen
Viele Betroffene berichten, dass sie gar nicht die gekauften Dinge brauchen. Oft geht es vielmehr um das Gefühl während des Kaufvorgangs: die Vorfreude, die Ablenkung oder den kurzen Glücksmoment.
Was kann helfen?
- Shopping-Apps löschen
- Newsletter abbestellen
- Werbe-E-Mails blockieren
- Zahlungsdaten nicht speichern
- Eine 24-Stunden-Regel vor jedem Kauf einführen
- Sich fragen: „Brauche ich das wirklich oder möchte ich gerade ein Gefühl kompensieren?“
- Unterstützung durch Selbsthilfegruppen oder den Austausch mit anderen Betroffenen suchen
Online-Shopping ist nicht die Ursache der Kaufsucht, aber es macht zwanghaftes Kaufen oft leichter und schneller. Der erste Schritt zur Veränderung ist, die eigenen Auslöser zu erkennen und bewusst neue Wege im Umgang mit Gefühlen und Bedürfnissen zu finden.
Schaut Euch mal die folgenden Fragen an, könnt ihr die beantworten? Schreibt Eure Gedanken wenn ihr mögt, gerne hier unter den Beitrag.
- Welche Online-Shops sind für euch besonders schwer zu meiden?
- Kauft ihr eher spontan oder legt ihr Artikel zunächst in den Warenkorb?
- Welche Strategien helfen euch dabei, Online-Käufe zu vermeiden?
- Habt ihr schon einmal Shopping-Apps gelöscht oder Zahlungsarten entfernt? Welche Erfahrungen habt ihr damit gemacht?