Viele Betroffene erleben Kaufsucht nicht als „ständiges Kaufen“, sondern als wiederkehrenden Kreislauf aus innerer Anspannung, Kaufimpuls und anschließender Reue. Dieser Kreislauf kann sich über Monate oder Jahre wiederholen – oft, ohne dass man bewusst merkt, wann man wieder hineingerutscht ist.
Typische Phasen der Kaufsucht
Auslöser- / Spannungsphase
In dieser Phase entstehen unangenehme Gefühle wie:
- innere Leere
- Stress, Frust oder Überforderung
- Einsamkeit oder Langeweile
- Schuld- oder Schamgefühle
Das Kaufen erscheint innerlich als mögliche Lösung, um diese Gefühle zu lindern.
Gedanken- & Fantasiephase
Die Gedanken beginnen sich um das Kaufen zu drehen:
- „Das brauche ich jetzt.“
- „Danach geht es mir besser.“
- „Ich habe mir das verdient.“
Oft kommen Rechtfertigungen hinzu (Rabatte, Belohnung, Ausnahmen).
Impuls- / Kontrollverlustphase
Der innere Drang wird sehr stark:
- Gefühl von innerem Druck
- Vernunft tritt in den Hintergrund
- „Ich muss jetzt kaufen“
Besonders Online-Shopping verstärkt diese Phase.
Kauf- / Rauschphase
Während des Kaufens:
- kurzfristige Erleichterung
- Euphorie oder Aufregung
- Dopamin-Kick
Diese Phase ist meist kurz, aber emotional intensiv.
Ernüchterungs- & Schuldphase
Nach dem Kauf:
- Leere oder Enttäuschung
- Schuld- und Schamgefühle
- Angst vor Konto, Schulden oder Konsequenzen
- Selbstvorwürfe („Warum schon wieder?“)
Verdrängungs- & Rechtfertigungsphase
Typisch sind:
- Verstecken der Einkäufe
- Verharmlosung oder Rücksendungen
- Vorsätze wie: „Nie wieder“
Die eigentlichen Gefühle bleiben jedoch bestehen.