Beiträge von Smilla im Thema „Welche Rolle spielen psychische Erkrankungen (Depression, Angst, Trauma) bei Kaufsucht?“
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Aber ich freue mich immer so sehr das ich Geld habe und dann muss ich das auch unter die Leute geben.
Das Gefühl kenne ich total gut! Ist bei mir auch so. Ich gebe nicht eher Ruhe ---- ätzend und ich weiß nicht wie ich das Problem lösen soll / kann.
Schmeckt Deine Melone wenigstens - wenn schon teuer Geld?
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Hallo zusammen,
ich fange mal an.
Wenn die Menschen an Kaufsucht denken, sehen sie oft nur die Einkäufe, die Pakete oder die Schulden. Was viele nicht sehen, sind die psychischen Belastungen, die dahinterstehen können.
Bei mir entwickelte sich die Kaufsucht nicht einfach so. Depressionen, Ängste und traumatische Erfahrungen haben sie über Jahre hinweg immer stärker werden lassen.
Während meiner depressiven Phasen fühlte ich mich oft leer und antriebslos. Das Kaufen gab mir für kurze Zeit ein Gefühl von Freude und Vorfreude. Endlich war da etwas, das mich für einen Moment aus der Dunkelheit herausholte. Doch dieses Gefühl hielt nie lange an. Die Leere kam zurück – und mit ihr der Wunsch nach dem nächsten Kauf. Auch meine Ängste spielten eine große Rolle. Wenn die innere Anspannung zu groß wurde, lenkte mich das Stöbern in Onlineshops ab. Für kurze Zeit musste ich nicht über Sorgen, Ängste oder Probleme nachdenken. Besonders eng verbunden ist meine Kaufsucht jedoch mit meinem Trauma - meiner komplexen Posttraumatischen Belastungsstörung. Kaufen wurde für mich zu einer Bewältigungsstrategie. Wenn ich traurig, einsam, überfordert oder von Erinnerungen belastet war, griff ich zum Konsum. Mein Gehirn lernte: „Wenn es dir schlecht geht, kauf etwas – dann wird es kurz leichter.“
Heute fühlt sich die Kaufsucht oft unaufhaltsam und selbstzerstörerisch an. Ich weiß, dass sie mir schadet, und dennoch falle ich immer wieder in alte Muster zurück. Das verursacht Schuldgefühle und zusätzlichen Druck.
Deshalb glaube ich inzwischen, dass der Weg aus der Kaufsucht nicht nur darin besteht, weniger zu kaufen. Es geht auch darum, die Gefühle hinter dem Kaufimpuls zu verstehen.
Ein erster Schritt könnte sein, mich vor einem Kauf zu fragen:
Was brauche ich gerade wirklich? Brauche ich diesen Gegenstand – oder suche ich eigentlich Trost, Sicherheit, Ablenkung oder Nähe?
Vielleicht beginnt Veränderung genau dort: Nicht beim Warenkorb, sondern bei den Gefühlen, die wir versuchen, mit ihm zu füllen.
Ich schreibe diesen Beitrag nicht, weil ich bereits alle Antworten habe. Ich schreibe ihn, weil ich selbst noch auf dem Weg bin. Und weil ich hoffe, dass andere Betroffene erkennen:
Ihr seid nicht allein. Hinter einer Kaufsucht steckt oft viel mehr als fehlende Selbstkontrolle. Manchmal steckt dahinter eine Seele, die schon sehr lange versucht zu überleben.
Eure Smilla
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