Beiträge von Smilla

    Ihr Lieben,

    ich selbst lebe mit Depressionen und habe im Laufe der Jahre immer wieder festgestellt, dass meine Kaufsucht und meine psychische Verfassung enger miteinander verbunden sind, als ich lange wahrhaben wollte. Wenn die Depression besonders stark ist, fühle ich mich oft leer, erschöpft und antriebslos. Dinge, die mir früher Freude gemacht haben, verlieren ihren Reiz. Manchmal fühlt sich alles grau an. Selbst kleine Aufgaben können zur Herausforderung werden. Und genau in solchen Phasen wird der Kaufdrang oft stärker. Nicht unbedingt, weil ich etwas brauche. Sondern weil ich mich nach einem Gefühl sehne. Nach Vorfreude. Nach einem kleinen Glücksmoment. Nach etwas, das die Schwere für einen Augenblick verdrängt.

    Dann beginne ich zu stöbern. Erst ganz harmlos. Doch plötzlich entsteht diese Hoffnung:

    "Vielleicht geht es mir besser, wenn ich mir etwas gönne."

    Und tatsächlich fühlt sich ein Kauf manchmal für kurze Zeit wie ein Lichtblick an. Die Bestellung, die Versandbestätigung, die Vorfreude auf das Paket – all das erzeugt Gefühle, die ich im depressiven Alltag oft vermisse. Doch leider hält dieser Effekt meist nicht lange an. Wenn das Paket da ist, kehrt die Depression oft zurück. Und zusätzlich kommen Schuldgefühle, Scham oder Sorgen wegen des Geldes dazu. Was als Versuch begonnen hat, mich besser zu fühlen, belastet mich am Ende noch mehr.

    Ich habe mit der Zeit gelernt, dass ich oft gar nicht nach dem Gegenstand suche. Was ich eigentlich suche, sind Gefühle, die mir die Depression genommen hat: Freude, Hoffnung, Aufregung, Lebendigkeit. Das macht die Situation nicht einfacher. Aber es hilft mir manchmal zu erkennen, was wirklich hinter meinem Kaufdrang steckt.

    Deshalb möchte ich heute mit euch darüber sprechen.

    • Habt ihr das Gefühl, dass eure Depressionen Einfluss auf euren Kaufdrang haben?
    • Wird euer Kaufverhalten stärker, wenn es euch psychisch schlecht geht?
    • Kauft ihr manchmal, um Leere, Traurigkeit oder Hoffnungslosigkeit für kurze Zeit zu verdrängen?
    • Wie fühlt ihr euch nach einem Kauf – und wie lange hält dieses Gefühl an?
    • Habt ihr Strategien gefunden, mit depressiven Phasen umzugehen, ohne zu kaufen?

    Ihr seid mit euren Kämpfen nicht allein. :wirhaltenzusammen:

    Wenn Menschen über das Thema Sparen sprechen, entsteht oft der Eindruck, dass dafür viel Geld übrig sein muss. Doch die Realität vieler Menschen sieht anders aus. Viele leben von einer kleinen Rente, Grundsicherung, Bürgergeld oder einem niedrigen Gehalt und müssen jeden Euro mehrfach umdrehen.

    Vielleicht kennst du Gedanken wie:

    "Wie soll ich sparen, wenn am Monatsende ohnehin kaum etwas übrig bleibt?"

    Diese Frage ist verständlich. Und tatsächlich gibt es Situationen, in denen kaum oder gar kein Sparpotenzial vorhanden ist. Niemand sollte sich dafür schämen. Wenn das Geld gerade so für Miete, Lebensmittel und notwendige Ausgaben reicht, liegt das Problem nicht am Sparverhalten, sondern oft an den finanziellen Rahmenbedingungen.

    Trotzdem können manchmal schon kleine Veränderungen helfen, etwas mehr Luft zu schaffen.

    Haushaltsbuch führen

    Viele Menschen unterschätzen, wie viel Geld für kleine Ausgaben im Alltag verschwindet. Ein Haushaltsbuch – egal ob auf Papier oder digital – kann helfen, einen Überblick zu bekommen.

    Oft erkennt man erst dadurch:

    • wieviel Geld für Snacks, Kaffee oder spontane Einkäufe ausgegeben wird
    • welche Verträge monatlich laufen
    • wo sich kleine Beträge summieren

    Verträge regelmäßig überprüfen

    Handyverträge, Streaming-Dienste, Versicherungen oder Zeitschriftenabos laufen oft jahrelang weiter, obwohl sie kaum genutzt werden.

    Frage dich:

    • Nutze ich diesen Vertrag wirklich?
    • Gibt es günstigere Alternativen?
    • Kann ich etwas kündigen?

    Einkaufszettel nutzen

    Wer mit Einkaufszettel einkauft, gibt oft weniger Geld aus als Menschen, die spontan entscheiden.

    Hilfreich kann sein:

    • Mahlzeiten für mehrere Tage planen
    • Angebote vergleichen
    • Nicht hungrig einkaufen gehen

    Kleine Sparbeträge ernst nehmen

    Viele denken, Sparen lohnt sich erst ab größeren Beträgen. Doch auch 2 Euro oder 5 Euro pro Woche sind ein Anfang. Wer beispielsweise jede Woche 5 Euro zurücklegt, hat nach einem Jahr bereits 260 Euro für unerwartete Ausgaben zur Verfügung.

    Gebraucht statt neu

    Kleidung, Möbel, Bücher oder Haushaltsgeräte sind oft gebraucht deutlich günstiger erhältlich. Flohmärkte, Kleinanzeigen oder Sozialkaufhäuser können eine gute Alternative sein.

    Strom und Energie sparen

    Schon kleine Maßnahmen können helfen:

    • Licht ausschalten, wenn es nicht benötigt wird
    • Geräte nicht dauerhaft im Stand-by lassen
    • Waschmaschine und Geschirrspüler möglichst voll beladen

    Nicht jeder Wunsch muss sofort erfüllt werden

    Besonders für Menschen mit Kaufsucht oder Kaufdruck kann diese Regel hilfreich sein: 24 Stunden warten.

    Bei größeren Anschaffungen sogar eine Woche oder länger. Oft stellt man fest, dass der Wunsch mit etwas Abstand deutlich kleiner geworden ist.

    Sparen bedeutet nicht Verzicht auf alles

    Sparen sollte nicht bedeuten, sich jede kleine Freude zu verbieten. Gerade Menschen mit wenig Geld brauchen Momente, die ihnen guttun.

    Die Frage ist nicht: "Darf ich mir etwas gönnen?" Sondern eher: "Was tut mir wirklich gut und was kostet mich später vielleicht nur Geld und schlechte Gefühle?"

    Zum Schluss

    Wer von einer kleinen Rente, Grundsicherung oder einem niedrigen Einkommen lebt, hat oft deutlich weniger Möglichkeiten als andere Menschen. Deshalb sollte Sparen niemals zu einem zusätzlichen Druck werden. Jeder gesparte Euro ist ein Erfolg. Und manchmal besteht Sparen nicht darin, Geld zurückzulegen, sondern darin, neue Schulden zu vermeiden. Niemand muss perfekt sparen. Schon kleine Schritte können auf Dauer einen Unterschied machen.

    Ich bin gespannt auf Eure Erfahrungen zu diesem Thema :D

    • Welche Spartipps haben euch im Alltag geholfen?
    • Habt ihr trotz kleinem Einkommen Möglichkeiten gefunden, etwas Geld zurückzulegen?
    • Welche Herausforderungen erlebt ihr beim Sparen?

    Es gibt kaum etwas, das mich in Bezug auf meine Kaufsucht so sehr belastet wie ein Rückfall. Nach einem Rückfall fühle ich mich oft, als hätte ich alles zerstört, was ich mir mühsam aufgebaut habe. Die Tage, Wochen oder sogar Monate, in denen ich stark geblieben bin, scheinen plötzlich wertlos zu sein. Es ist, als würde eine einzige Bestellung alle Erfolge auslöschen.

    Dabei beginnt es oft mit einem einzigen Moment der Schwäche. Vielleicht hatte ich einen schlechten Tag. Vielleicht war ich traurig, gestresst, einsam oder einfach nur erschöpft vom ständigen Kampf gegen den Kaufdruck. Und dann passiert es. Ich kaufe etwas. Manchmal nur eine Kleinigkeit. Manchmal deutlich mehr. In dem Augenblick spüre ich oft sogar Erleichterung. Doch diese Erleichterung hält nicht lange. Schon kurz danach kommt die Realität zurück. Ich sehe die Bestellbestätigung, den Kontostand oder die neuen Dinge, die ich eigentlich gar nicht gebraucht habe. Und dann kommen die Gefühle, die mich jedes Mal aufs Neue treffen.

    Scham, Enttäuschung, Selbstvorwürfe und manchmal sogar Verzweiflung. Ich frage mich dann, warum ich es nicht geschafft habe. Warum ich wieder nachgegeben habe. Warum ich trotz aller guten Vorsätze erneut an diesem Punkt stehe.

    Das Schlimmste ist nicht einmal das Geld. Das Schlimmste ist das Gefühl, mich selbst enttäuscht zu haben.

    Ich kenne meine Auslöser. Ich kenne die Folgen. Ich weiß, wie sehr mich die Kaufsucht belastet. Und trotzdem gelingt es mir nicht immer, dagegen anzukämpfen. Genau das macht Rückfälle so schmerzhaft. Nach einem Rückfall fühle ich mich oft klein und hilflos. Manchmal habe ich das Gefühl, niemals frei von diesem Kreislauf zu werden. Während andere Menschen scheinbar problemlos mit Geld umgehen können, kämpfe ich mit etwas, das für viele gar nicht sichtbar ist.

    Und doch versuche ich mir immer wieder eines in Erinnerung zu rufen:

    • Ein Rückfall bedeutet nicht, dass ich versagt habe.
    • Ein Rückfall bedeutet nicht, dass alle Fortschritte verloren sind.
    • Er bedeutet nur, dass ich ein Mensch bin, der mit einer Sucht kämpft.

    Trotzdem fällt es mir schwer, mir selbst zu vergeben. Oft bin ich zu mir selbst viel härter als zu jedem anderen Menschen. Ich sehe nur meinen Fehler und übersehe dabei, wie viele Kämpfe ich vorher bereits gewonnen habe.

    Vielleicht besteht Heilung nicht darin, niemals wieder hinzufallen. Vielleicht besteht sie darin, nach jedem Rückfall wieder aufzustehen. Denn tief in mir gibt es immer noch einen Teil, der sich nach einem Leben sehnt, das nicht von Kaufdruck, Schulden und schlechtem Gewissen bestimmt wird.

    Und genau für diesen Teil lohnt es sich weiterzumachen, oder?

    • Wie erlebt ihr Rückfälle?
    • Welche Gefühle kommen bei euch danach besonders stark hoch?
    • Fällt es euch schwer, euch selbst zu verzeihen?
    • Was hilft euch dabei, nach einem Rückfall wieder aufzustehen und weiterzumachen?

    Ihr seid mit diesen Erfahrungen nicht allein.

    Wenn man unter Kaufsucht leidet, kommt irgendwann oft die Frage auf: Warum mache ich das eigentlich immer wieder, obwohl ich die Folgen kenne?

    Genau an diesem Punkt kann eine Verhaltenstherapie helfen.

    Als ich das erste Mal davon hörte, dachte ich ehrlich gesagt, dass mir dort einfach beigebracht wird, nicht mehr zu kaufen. Heute weiß ich, dass es um viel mehr geht.

    In einer Verhaltenstherapie schaut man gemeinsam darauf, welche Gedanken, Gefühle und Verhaltensmuster hinter dem Kaufdrang stehen. Denn die meisten von uns kaufen nicht einfach nur, weil sie etwas haben möchten. Vielleicht kaufen wir, wenn wir traurig sind. Vielleicht kaufen wir, wenn wir uns einsam fühlen. Vielleicht kaufen wir, um Stress abzubauen oder unangenehme Gefühle für einen Moment nicht spüren zu müssen.

    Die Verhaltenstherapie hilft dabei, diese Zusammenhänge zu erkennen.

    Dabei geht es nicht um Schuldzuweisungen. Niemand sagt dort: „Sie müssen sich einfach mehr zusammenreißen.“

    Stattdessen wird gemeinsam geschaut:

    • Welche Situationen lösen Kaufdruck aus?
    • Welche Gedanken gehen dem Kauf voraus?
    • Welche Gefühle versuche ich durch das Kaufen zu verdrängen?
    • Welche Alternativen könnte ich entwickeln?

    Für mich war eine wichtige Erkenntnis, dass mein Kaufverhalten nicht „einfach so“ passiert. Es gibt Auslöser, Muster und Gewohnheiten, die sich über viele Jahre entwickelt haben. Und was man gelernt hat, kann man auch wieder verändern. Natürlich passiert das nicht von heute auf morgen.

    Verhaltenstherapie ist keine Zauberlösung. Sie nimmt nicht plötzlich alle Probleme weg. Aber sie kann helfen, sich selbst besser zu verstehen und neue Wege zu finden, mit schwierigen Gefühlen umzugehen.

    Besonders wertvoll finde ich den Gedanken, dass Rückfälle oder schwierige Phasen nicht als persönliches Versagen betrachtet werden. Stattdessen werden sie genutzt, um daraus zu lernen:

    Was ist passiert?
    Was hat den Kaufdruck ausgelöst?
    Was könnte ich beim nächsten Mal anders machen?

    Für viele Menschen ist Verhaltenstherapie deshalb nicht nur eine Behandlung der Kaufsucht, sondern auch eine Reise zu mehr Selbstverständnis und Selbstmitgefühl.

    Ich freue mich auf eure Erfahrungen und Gedanken. Vielleicht können wir uns gegenseitig Mut machen, neue Wege auszuprobieren und Hilfe anzunehmen. :)

    Lange Zeit habe ich geglaubt, meine Kaufsucht hätte nur etwas mit dem Kaufen selbst zu tun. Ich dachte, ich hätte einfach keine Kontrolle über mein Geld oder würde zu gerne shoppen. Erst mit der Zeit habe ich verstanden, dass hinter meinem Kaufverhalten etwas viel Tieferes steckt: mein Selbstwertgefühl.

    Wenn ich ehrlich bin, habe ich mich oft nicht gut genug gefühlt.

    • nicht erfolgreich genug.
    • nicht attraktiv genug.
    • nicht interessant genug.
    • nicht liebenswert genug.

    Diese Gedanken waren nicht immer laut. Manchmal waren sie nur ein ständiges Hintergrundrauschen. Aber sie waren da. Und genau in solchen Momenten wurde Kaufen zu einer Art Lösung. Ein neues Kleidungsstück ließ mich für kurze Zeit schöner fühlen. Ein neues Hobby versprach, mich interessanter zu machen. Neue Dekoration sollte mein Zuhause perfekter machen. Neue Technik vermittelte das Gefühl, mithalten zu können. Mit jedem Kauf hoffte ich unbewusst, etwas in mir zu verändern.

    Vielleicht würde ich mich dann endlich besser fühlen. Vielleicht würde ich dann zufriedener sein. Vielleicht würde ich mich dann selbst mehr mögen.

    Doch das Problem war: Kein Gegenstand der Welt konnte das erfüllen. Die Freude hielt oft nur kurz an. Für einen Moment fühlte ich mich tatsächlich besser. Fast so, als hätte ich etwas Wichtiges gewonnen. Doch schon bald war dieses Gefühl wieder verschwunden.

    Dann kam die Ernüchterung. Denn tief in meinem Inneren hatte sich nichts verändert. Die Zweifel, die Unsicherheit und die Selbstkritik waren immer noch da. Und so begann die Suche nach dem nächsten Kauf, der mich endlich glücklich machen sollte.

    Heute weiß ich, dass Kaufsucht oft viel mehr ist als ein Problem mit Geld. Für manche von uns ist sie auch der Versuch, einen Mangel an Selbstwert auszugleichen. Wir kaufen nicht nur Dinge – wir kaufen Hoffnungen. Die Hoffnung, besser, schöner, erfolgreicher oder glücklicher zu werden. Doch kein Paket der Welt kann uns das Gefühl geben, wertvoll zu sein.

    Denn unser Wert hängt nicht davon ab, was wir besitzen.

    • nicht von der Kleidung, die wir tragen
    • nicht von der Einrichtung unserer Wohnung
    • nicht vom neuesten Smartphone
    • nicht von unserem Kontostand.

    Trotzdem fällt es mir bis heute schwer, das wirklich zu glauben. Es gibt immer noch Tage, an denen ich denke, dass ein Kauf meine Probleme lösen könnte. Aber inzwischen erkenne ich diese Gedanken schneller. Und ich versuche mich daran zu erinnern, dass das, wonach ich eigentlich suche, in keinem Onlineshop zu finden ist.

    Was ich wirklich brauche, sind Akzeptanz, Selbstmitgefühl und das Gefühl, gut genug zu sein – genau so, wie ich bin.

    Das ist oft schwerer als jeder Kaufverzicht.

    Aber vielleicht ist genau dort der Weg aus der Kaufsucht zu finden.

    Und Eure Gedanken dazu?

    • Habt ihr das Gefühl, dass euer Selbstwert Einfluss auf euer Kaufverhalten hat?
    • Kauft ihr manchmal Dinge, um euch besser, erfolgreicher oder attraktiver zu fühlen?
    • Welche Rolle spielen Selbstzweifel bei eurem Kaufdrang?
    • Was hilft euch dabei, euren Selbstwert nicht von Dingen abhängig zu machen?

    Lasst uns Wege finden uns anders als durch Kaufen wertvoll zu fühlen. :thumbup:

    Manchmal wünschte ich, ich könnte einfach durch einen Laden gehen oder im Internet stöbern wie andere Menschen. Einfach schauen, etwas interessant finden und dann wieder weitergehen. Doch für mich ist das oft nicht so einfach.

    Kaufdruck fühlt sich an wie eine Stimme in meinem Kopf, die immer lauter wird. Anfangs ist sie noch leise. Ein Gedanke. Ein Wunsch. Ein Artikel, den ich gesehen habe. Doch je länger ich versuche, nicht zu kaufen, desto stärker wird dieser innere Druck. Dann kreisen meine Gedanken nur noch um diese eine Sache. Ich schaue mir Bilder an, lese Bewertungen, vergleiche Preise und rede mir ein, warum ich das unbedingt brauche. Selbst wenn ich weiß, dass ich es mir eigentlich nicht leisten kann. Selbst wenn ich weiß, dass ich es gar nicht wirklich brauche.

    Der Kaufdruck nimmt mir die Ruhe. Ich kann mich kaum noch konzentrieren. Gespräche laufen an mir vorbei. Dinge, die eigentlich wichtig wären, rücken in den Hintergrund. In meinem Kopf dreht sich alles nur noch um den Kauf. Es fühlt sich an, als würde etwas in mir ständig ziehen und drängen.

    Das Schlimmste ist, dass ich oft genau weiß, was passieren wird. Ich weiß, dass die Erleichterung nach dem Kauf nur kurz anhält. Ich weiß, dass danach wieder Schuldgefühle kommen. Dass ich mich frage, warum ich schon wieder nachgegeben habe. Dass ich mich über mich selbst ärgern werde. Und trotzdem ist dieser Druck manchmal so stark, dass er fast körperlich weh tut.

    Es fühlt sich an wie innere Unruhe, Anspannung und Verzweiflung gleichzeitig. Als würde ich gegen etwas kämpfen, das viel stärker ist als ich. Manchmal sitze ich vor dem Bildschirm und versuche, den Shop zu schließen. Doch wenige Minuten später öffne ich ihn wieder. Ich lösche Artikel aus dem Warenkorb und lege sie kurz darauf erneut hinein.

    Dieser ständige Kampf macht mich müde.

    Nicht nur finanziell, sondern auch emotional. Denn mit jedem Rückfall wächst das Gefühl, versagt zu haben. Man fragt sich, warum etwas, das für andere so selbstverständlich ist, für einen selbst zu einer täglichen Belastung werden kann.

    Was viele nicht sehen: Kaufsucht bedeutet nicht, ständig glücklich einkaufen zu gehen. Oft bedeutet sie, unter einem Druck zu leiden, den man kaum beschreiben kann. Einem Druck, der Gedanken, Gefühle und manchmal den ganzen Tag bestimmt.

    Ich sehne mich nach dem Gefühl von Freiheit. Nach einem Tag, an dem ich nicht an Einkäufe denke. Nach einem Moment, in dem ich nicht gegen mich selbst kämpfen muss.

    Und vielleicht ist genau das der Grund, warum ich hier schreibe. Weil ich weiß, dass es Menschen gibt, die dieses Gefühl kennen. Menschen, die verstehen, wie erschöpfend Kaufdruck sein kann.

    Kennt ihr diesen inneren Druchk auch? Wie fühlt er sich bei euch an? Was hilft euch in den Momenten, in denen der Drang besonders stark wird?

    Liebe Mitglieder,

    heute möchte ich mit euch über zwei Gefühle sprechen, die viele von uns kennen, über die aber oft nur selten offen gesprochen wird: Scham und Schuld.

    Wenn ich auf meinen eigenen Weg mit der Kaufsucht zurückblicke, merke ich, wie sehr diese beiden Gefühle mein Leben geprägt haben. Nicht nur nach einem Rückfall oder wenn das Konto wieder einmal leer war. Sondern auch im Alltag. Ich habe Rechnungen versteckt. Ich habe Ausreden erfunden. Ich habe Pakete schnell verschwinden lassen, damit niemand merkt, wie viel ich bestellt habe.

    Und ich habe mir immer wieder Vorwürfe gemacht. Warum schaffe ich es nicht? Warum kann ich nicht einfach aufhören? Warum lerne ich nicht endlich daraus? Die Schuldgefühle waren oft erdrückend.

    Aber die Scham war manchmal noch schlimmer.

    Denn Schuld bedeutet für mich: „Ich habe etwas falsch gemacht.“ Scham fühlt sich eher an wie: „Mit mir stimmt etwas nicht.“ Und genau dieser Gedanke kann unglaublich schmerzhaft sein.

    Viele von uns tragen ihre Scham still mit sich herum. Nach außen wirken wir vielleicht ganz normal, während wir innerlich kämpfen. Wir schämen uns für Schulden, für Rückfälle, für überfüllte Schränke oder für Entscheidungen, die wir heute bereuen.

    Doch vielleicht sind wir damit viel weniger allein, als wir glauben. Deshalb möchte ich euch heute einladen, offen über dieses Thema zu sprechen – natürlich nur so weit, wie es sich für euch richtig anfühlt.

    Meine Fragen an euch:

    • Wofür schämt ihr euch im Zusammenhang mit eurer Kaufsucht am meisten?
    • Gibt es Dinge, die ihr vor anderen verheimlicht oder verheimlicht habt?
    • Welche Schuldgefühle begleiten euch?
    • Fällt es euch leichter, über Schuld zu sprechen als über Scham?
    • Habt ihr schon einmal erlebt, dass Verständnis und Offenheit eure Scham etwas kleiner gemacht haben?
    • Was würdet ihr einem anderen Betroffenen sagen, der sich wegen seiner Kaufsucht schämt?

    Ich glaube, dass Scham kleiner werden kann, wenn wir sie miteinander teilen. Vielleicht finden wir hier einen Raum, in dem niemand verurteilt wird und in dem wir ehrlich über die Gefühle sprechen können, die oft im Verborgenen bleiben.

    Viele Menschen denken, dass Kaufsucht nur etwas mit dem Wunsch nach neuen Dingen zu tun hat. Doch wer selbst betroffen ist, weiß: Hinter dem Kaufdrang stecken oft Gefühle, die auf den ersten Blick gar nichts mit Einkaufen zu tun haben. Kaufen ist für viele Betroffene nicht das eigentliche Problem, sondern ein Versuch, mit bestimmten Emotionen umzugehen.

    Einsamkeit

    Wenn wir uns allein oder unverstanden fühlen, kann das Stöbern in Geschäften oder Online-Shops eine Art Gesellschaft ersetzen. Die Beschäftigung mit Produkten lenkt ab und füllt für einen Moment die innere Leere.

    Traurigkeit

    Manchmal wird Einkaufen zu einem Trostpflaster. Ein neues Kleidungsstück, ein Buch oder ein anderer Gegenstand kann kurzfristig das Gefühl vermitteln, sich selbst etwas Gutes zu tun. Die Traurigkeit verschwindet dadurch zwar nicht, wird aber für kurze Zeit überdeckt.

    Stress und Überforderung

    Viele Betroffene berichten, dass ihr Kaufdrang besonders stark wird, wenn sie unter Druck stehen. Einkaufen bietet dann eine Möglichkeit, den Kopf für einen Moment auszuschalten und sich auf etwas Angenehmes zu konzentrieren.

    Langeweile

    Langeweile wird oft unterschätzt. Wer viel Zeit allein verbringt oder wenig erfüllende Beschäftigungen hat, sucht manchmal nach Reizen und Abwechslung. Online-Shopping ist jederzeit verfügbar und kann schnell für Aufregung sorgen.

    Frust und Ärger

    Nach Streitigkeiten, Enttäuschungen oder belastenden Ereignissen kann der Wunsch entstehen, sich durch einen Kauf zu belohnen oder von den negativen Gefühlen abzulenken.

    Angst und Unsicherheit

    Manche Menschen kaufen, um sich sicherer oder besser vorbereitet zu fühlen. Es werden Dinge gekauft, die vielleicht irgendwann einmal nützlich sein könnten. Dahinter steckt oft die Angst, später etwas zu brauchen und es nicht zu haben.

    Leere und innere Unzufriedenheit

    Viele Betroffene beschreiben ein Gefühl der inneren Leere, das schwer in Worte zu fassen ist. Einkaufen kann dann für kurze Zeit das Gefühl vermitteln, etwas zu erleben oder dem Leben einen Sinn zu geben.

    Scham und Schuldgefühle

    Paradoxerweise können sogar die Folgen der Kaufsucht selbst neuen Kaufdrang auslösen. Nach einem Rückfall entstehen oft Schuldgefühle, Scham oder Selbstvorwürfe. Um diese unangenehmen Gefühle nicht spüren zu müssen, greifen manche Betroffene erneut zum Kaufen – und der Kreislauf beginnt von vorn.

    Aber auch positive Gefühle können Kaufdrang auslösen

    Nicht nur negative Emotionen spielen eine Rolle. Auch Freude, Aufregung oder das Gefühl, etwas erreicht zu haben, können dazu führen, dass man sich mit einem Kauf belohnen möchte.

    Gefühle erkennen statt bekämpfen

    Ein wichtiger Schritt im Umgang mit Kaufsucht ist die Frage:

    „Was fühle ich gerade wirklich?“

    Oft steckt hinter dem Kaufwunsch etwas ganz anderes als der Wunsch nach dem Gegenstand selbst. Wer lernt, seine Gefühle wahrzunehmen und ernst zu nehmen, kann mit der Zeit neue Wege finden, mit ihnen umzugehen – ohne ständig kaufen zu müssen.

    Schaut Euch die folgenden Fragen an, vielleicht mögt Ihr sie beantworten?

    • Welche Gefühle lösen bei euch besonders häufig Kaufdrang aus?
    • Habt ihr gelernt, eure Auslöser besser zu erkennen?
    • Was hilft euch, mit schwierigen Gefühlen umzugehen, ohne zu kaufen?

    Ich freue mich auf eure Erfahrungen und Gedanken zu diesem Thema. <3

    Viele Menschen zögern lange, bevor sie eine Schuldnerberatung aufsuchen. Scham, Angst oder die Sorge, verurteilt zu werden, spielen dabei oft eine große Rolle. Dabei ist eine Schuldnerberatung kein Ort, an dem man bewertet wird – sondern ein Ort, an dem Menschen Unterstützung bekommen, wenn ihnen ihre finanzielle Situation über den Kopf wächst.

    Vielleicht fragst du dich, wie ein Termin bei einer Schuldnerberatung überhaupt abläuft. Deshalb möchte ich hier einen kleinen Überblick geben.

    Kontaktaufnahme

    Meist vereinbart man zunächst telefonisch, online oder per E-Mail einen Termin. Je nach Beratungsstelle kann es Wartezeiten geben. Oft erhält man bereits vor dem ersten Gespräch eine Liste mit Unterlagen, die man mitbringen sollte.

    Dazu gehören beispielsweise:

    • Kontoauszüge
    • Mahnungen und Inkassoschreiben
    • Kreditverträge
    • Lohn- oder Rentennachweise
    • Mietvertrag
    • Aufstellungen über laufende Ausgaben

    Keine Sorge, wenn noch nicht alle Unterlagen vollständig vorhanden sind. Die Beraterinnen und Berater helfen dabei, Ordnung in die Situation zu bringen.

    Das erste Gespräch

    Im Erstgespräch wird die finanzielle Situation gemeinsam angeschaut.

    Typische Fragen sind:

    • Wie hoch sind die Schulden?
    • Bei welchen Gläubigern bestehen Forderungen?
    • Wie hoch sind Einkommen und Ausgaben?
    • Gibt es laufende Pfändungen?
    • Welche Belastungen bestehen aktuell?

    Viele Betroffene berichten, dass sie sich nach diesem Gespräch erstmals seit langer Zeit etwas erleichtert fühlen. Endlich muss man die Sorgen nicht mehr allein tragen.

    Die Bestandsaufnahme

    Anschließend verschafft sich die Schuldnerberatung einen Überblick über alle Schulden und Verpflichtungen. Oft wird gemeinsam ein Haushaltsplan erstellt.

    Dabei wird geprüft:

    • Wie viel Geld steht monatlich zur Verfügung?
    • Welche Ausgaben sind notwendig?
    • Wo gibt es Einsparmöglichkeiten?
    • Welche Forderungen sind besonders dringend?

    Dieser Schritt hilft vielen Betroffenen dabei, die Kontrolle über ihre Finanzen langsam zurückzugewinnen.

    Entwicklung von Lösungen

    Je nach Situation werden anschließend verschiedene Möglichkeiten besprochen.

    Dazu können gehören:

    • Ratenzahlungsvereinbarungen
    • Verhandlungen mit Gläubigern
    • Schuldenbereinigungspläne
    • Unterstützung bei Pfändungen
    • Informationen zur Privatinsolvenz

    Die Schuldnerberatung entscheidet nichts über den Kopf der Betroffenen hinweg. Gemeinsam wird nach einem Weg gesucht, der zur persönlichen Situation passt.

    Alles bleibt vertraulich

    Ein wichtiger Punkt: Schuldnerberatungen unterliegen der Schweigepflicht. Die Gespräche sind vertraulich und die Mitarbeitenden kennen die Sorgen und Nöte ihrer Klienten sehr genau.

    Niemand muss sich dafür schämen, Hilfe in Anspruch zu nehmen.

    Hilfe anzunehmen ist ein Zeichen von Stärke

    Der Schritt zur Schuldnerberatung kostet oft Überwindung. Viele Menschen schieben ihn monatelang oder sogar jahrelang vor sich her. Doch je früher Unterstützung gesucht wird, desto mehr Handlungsmöglichkeiten gibt es meist.

    Schulden können jeden treffen – durch Krankheit, Arbeitslosigkeit, Trennung, eine Sucht oder andere schwierige Lebenssituationen. Hilfe anzunehmen bedeutet nicht, gescheitert zu sein. Es bedeutet, Verantwortung zu übernehmen und einen Weg aus der Krise zu suchen.

    Und bei Euch?

    • Habt ihr bereits Erfahrungen mit einer Schuldnerberatung gemacht?
    • Was waren eure größten Sorgen vor dem ersten Termin?
    • Hat euch die Beratung geholfen, wieder mehr Kontrolle über eure Finanzen zu bekommen?
    • Welche Tipps würdet ihr anderen Betroffenen mit auf den Weg geben?

    Ich freue mich auf eure Erfahrungen und den gegenseitigen Austausch. <3

    Lange Zeit habe ich gedacht, ich sei einfach nur unordentlich. Meine Wohnung wurde voller und voller, Schränke quollen über und in manchen Ecken stapelten sich Dinge, die ich seit Jahren nicht mehr benutzt hatte. Trotzdem fiel es mir unglaublich schwer, etwas wegzuwerfen.

    Bei mir war es nicht nur das Kaufen selbst, sondern auch das Behalten. Jeder Gegenstand schien eine Bedeutung zu haben. Manche Dinge wollte ich „für später“ aufheben. Andere erinnerten mich an eine bestimmte Zeit oder an einen besonderen Moment. Wieder andere hatte ich gekauft, obwohl ich sie eigentlich gar nicht brauchte – und sie wegzugeben fühlte sich an, als müsste ich mir eingestehen, einen Fehler gemacht zu haben.

    Oft sagte ich mir:
    „Das kann ich bestimmt noch gebrauchen.“
    „Dafür finde ich irgendwann eine Verwendung.“
    „Es wäre doch schade, das wegzuwerfen.“

    Die Wahrheit war jedoch, dass viele dieser Dinge jahrelang unangetastet blieben.

    Je mehr sich ansammelte, desto unwohler fühlte ich mich. Gleichzeitig wurde das Aussortieren immer schwieriger. Die Menge überforderte mich. Manchmal wusste ich gar nicht, wo ich anfangen sollte. Jeder Gegenstand schien eine Entscheidung zu verlangen, und jede Entscheidung kostete Kraft.

    Besonders schwierig war für mich die Erkenntnis, dass Hortverhalten oft nicht nur mit den Dingen selbst zu tun hat. Hinter dem Festhalten können Ängste, Unsicherheit, Verlustgefühle oder auch emotionale Bedürfnisse stecken. Manchmal geben Gegenstände ein Gefühl von Sicherheit. Manchmal füllen sie eine innere Leere. Und manchmal sind sie einfach ein sichtbares Ergebnis einer Kaufsucht, die über Jahre hinweg gewachsen ist.

    Heute versuche ich, mich von dem Gedanken zu lösen, dass mein Wert oder meine Erinnerungen an Gegenständen hängen. Erinnerungen bleiben auch ohne den Gegenstand bestehen. Und Fehler aus der Vergangenheit werden nicht dadurch ungeschehen, dass ich die gekauften Dinge aufbewahre.

    Es ist ein langer Prozess, aber lerne gerade, dass Loslassen nicht bedeutet, etwas zu verlieren. Manchmal bedeutet Loslassen, sich selbst wieder etwas mehr Freiraum zu schenken – in der Wohnung und im Kopf.

    Meine Fragen an Euch:

    • Fällt es euch schwer, Dinge wegzuwerfen oder zu verschenken?
    • Welche Gegenstände könnt ihr besonders schlecht loslassen?
    • Habt ihr schon einmal erfolgreich ausgemistet? Was hat euch dabei geholfen?
    • Seht ihr einen Zusammenhang zwischen eurem Kaufverhalten und dem Ansammeln von Dingen?

    Ich freue mich auf eure Erfahrungen und Gedanken zu diesem Thema.

    Ich glaube, Menschen, die nicht von Kaufsucht betroffen sind, können nur schwer nachvollziehen, wie sich ein echter Kaufrausch anfühlt. Von außen betrachtet wirkt es vielleicht so, als würde man einfach nur gerne shoppen. Für mich war es jedoch viel mehr als das.

    Ein Kaufrausch beginnt oft lange vor dem eigentlichen Kauf. Da ist dieses Kribbeln, diese innere Unruhe. Ich stöbere durch Online-Shops oder gehe durch Geschäfte und plötzlich scheint es nur noch dieses eine Ziel zu geben: etwas zu kaufen. In diesem Moment fühlt sich der gewünschte Artikel unglaublich wichtig an. Fast so, als würde mein Wohlbefinden davon abhängen.

    Während des Kaufens erlebe ich einen regelrechten Tunnelblick. Vernünftige Gedanken treten in den Hintergrund. Fragen wie „Brauche ich das wirklich?“, „Kann ich mir das leisten?“ oder „Wo soll das überhaupt hin?“ verlieren ihre Bedeutung. Stattdessen spüre ich Aufregung, Vorfreude und manchmal sogar Euphorie.

    Der eigentliche Kauf fühlt sich oft wie eine Belohnung an. Für einen kurzen Moment ist alles gut. Sorgen, Stress, Einsamkeit oder unangenehme Gefühle scheinen zu verschwinden. Es entsteht eine Art Erleichterung, manchmal sogar ein Gefühl von Glück.

    Doch leider hält dieser Zustand meist nicht lange an.

    Schon kurze Zeit später kommen die Zweifel. Die Freude verblasst und wird ersetzt durch Schuldgefühle, Scham oder Angst. Man schaut auf das Konto, auf die Bestellbestätigung oder auf die Einkaufstüten und fragt sich: „Warum habe ich das schon wieder gemacht?“

    Das Verrückte daran ist, dass man sich oft fest vornimmt, es nie wieder zu tun. Und trotzdem gerät man irgendwann erneut in diesen Strudel. Nicht weil man es möchte, sondern weil der Kaufrausch für kurze Zeit etwas betäubt oder ersetzt, was im Inneren fehlt.

    Heute versuche ich zu verstehen, was hinter meinem Kaufdrang steckt. Denn ich habe gelernt: Es geht selten um die Dinge, die ich kaufe. Es geht meist um Gefühle, Bedürfnisse oder Belastungen, für die ich lange keinen anderen Ausweg gefunden habe.

    Wie erlebt ihr euren Kaufrausch? Spürt ihr eher Aufregung, Erleichterung oder etwas ganz anderes? Und wie lange hält das gute Gefühl bei euch an, bevor die negativen Gedanken kommen?

    Online-Shopping hat unser Leben einfacher gemacht. Kleidung, Technik, Deko oder Kosmetik – alles ist rund um die Uhr verfügbar und oft schon am nächsten Tag vor der Haustür. Für Menschen mit Kaufsucht kann genau das jedoch zu einer großen Herausforderung werden.

    Anders als beim Einkaufsbummel in der Stadt gibt es beim Online-Shopping kaum Hürden. Der Shop hat 24 Stunden geöffnet, niemand sieht, wie viel wir bestellen, und mit gespeicherten Zahlungsdaten reicht oft ein einziger Klick, um einen Kauf abzuschließen. Rabatte, Blitzangebote und personalisierte Werbung verstärken zusätzlich den Kaufdruck.

    Viele Betroffene kennen den Ablauf:

    • Langeweile, Stress, Einsamkeit oder Frust entstehen.
    • Man beginnt zu stöbern – „nur mal schauen“.
    • Ein Angebot erscheint besonders attraktiv.
    • Der Kauf sorgt kurzfristig für Freude, Erleichterung oder Ablenkung.
    • Wenig später folgen Schuldgefühle, Scham oder finanzielle Sorgen.
    • Um diese unangenehmen Gefühle zu verdrängen, wird erneut geshoppt.

    So entsteht ein Kreislauf, der immer schwerer zu durchbrechen ist.

    Besonders problematisch sind dabei:

    • Shopping-Apps auf dem Smartphone
    • Kauf auf Rechnung
    • „Buy Now, Pay Later“-Angebote
    • Personalisierte Werbung in sozialen Medien
    • Ständige Rabattaktionen und Gutscheincodes
    • Kostenlose Rücksendungen

    Viele Betroffene berichten, dass sie gar nicht die gekauften Dinge brauchen. Oft geht es vielmehr um das Gefühl während des Kaufvorgangs: die Vorfreude, die Ablenkung oder den kurzen Glücksmoment.

    Was kann helfen?

    • Shopping-Apps löschen
    • Newsletter abbestellen
    • Werbe-E-Mails blockieren
    • Zahlungsdaten nicht speichern
    • Eine 24-Stunden-Regel vor jedem Kauf einführen
    • Sich fragen: „Brauche ich das wirklich oder möchte ich gerade ein Gefühl kompensieren?“
    • Unterstützung durch Selbsthilfegruppen oder den Austausch mit anderen Betroffenen suchen

    Online-Shopping ist nicht die Ursache der Kaufsucht, aber es macht zwanghaftes Kaufen oft leichter und schneller. Der erste Schritt zur Veränderung ist, die eigenen Auslöser zu erkennen und bewusst neue Wege im Umgang mit Gefühlen und Bedürfnissen zu finden.

    Schaut Euch mal die folgenden Fragen an, könnt ihr die beantworten? Schreibt Eure Gedanken wenn ihr mögt, gerne hier unter den Beitrag.

    • Welche Online-Shops sind für euch besonders schwer zu meiden?
    • Kauft ihr eher spontan oder legt ihr Artikel zunächst in den Warenkorb?
    • Welche Strategien helfen euch dabei, Online-Käufe zu vermeiden?
    • Habt ihr schon einmal Shopping-Apps gelöscht oder Zahlungsarten entfernt? Welche Erfahrungen habt ihr damit gemacht?

    Ich werfe kaum Lebensmittel weg. Kaufe so, dass es für die kommende Woche reicht. Ausser frische Sachen, da fahre ich schon mal in der Woche los.

    Ich finde, dass viel zu viel weggeworfen wird. Leider.